Zugang zu Kinderwunsch Behandlungen weltweit sehr unterschiedlich

Bei einem Campus Treffen der ESHRE (European Society of Human Reproduction and Embryology) im Dezember letzten Jahres wurden die vielfältigen kulturellen, ethischen und wirtschaftlichen Hindernisse diskutiert, die einen gleichberechtigten Zugang zur Behandlung des unerfüllten Kinderwunschs auf der Welt verhindern.

Religiöse und kulturelle Überzeugungen, Ethik, Ökonomie und Regulierung waren Hauptthemen, die als Hindernisse für einen gleichberechtigten globalen Zugang zur reproduktiven Versorgung analysiert wurden.

Einstellungen und Angebot sind selbst in wohlhabenden, progressiven westlichen Ländern und Staaten sehr unterschiedlich. Dies wird weitgehend durch die politische und soziale Ideologie beeinflusst, die sich nur langsam mit sich ändernden Vorstellungen von „Familie“ befasst, und durch einen Schwerpunkt auf Verhütung in Ländern mit niedrigem Einkommen.

Restriktive Einstellungen und Ansätze betreffen vor allem sexuelle Minderheiten (z.B. Schwule und Transgender), Muslime und angehende Eltern aus relativ armen Ländern. Das Ergebnis ist eine Zunahme der grenzüberschreitenden reproduktiven Versorgung, die wiederum Ungleichheit fördert. Nur Menschen, die Geld haben, können sich das leisten.

In Europa ist fast die Hälfte (47,7%) aller Kinderwunschkliniken der Welt ansässig.

In Afrika werden in 33 von 54 Ländern keine IVF-Behandlungen registriert. Die vorhandenen sind sehr kostenintensiv. Obwohl Unfruchtbarkeit ein erhebliches Problem darstellt, liegt der Schwerpunkt des Gesundheitswesens in der Region auf der Bekämpfung der Überbevölkerung.

Wenn es nicht gelingt, erschwingliche Behandlungsmethoden nach Afrika zu bringen, werden dort mehr Paare auf unsichere Methoden zurückgreifen und / oder im Alter verhungern, wenn kein Kind sie unterstützt.

Ein wichtiger Faktor für den Zugang zu IVF-Behandlungen sind Erstattungen und Finanzierung, z.B. wenn Paare die Therapie abbrechen oder auf den Transfer mehrerer Embryonen zurückgreifen. Die Verschuldung ist dabei besorgniserregend: Eine Studie ergab, dass fast die Hälfte (48%) der Patienten Geld für die Behandlung leihen musste, wobei jeder Fünfte nicht in der Lage war, das geschuldete Geld zurückzuzahlen.

Die Wahrheit ist jedoch, dass IVF-Babys der Gesellschaft zugute kommen, insbesondere wenn die Bevölkerung älter wird. Aus diesem Grund sollte die Branche bei Regierungen Lobbyarbeit betreiben und darauf hinwirken, dass IVF erschwinglicher wird. Ein wichtiger Schritt vorwärts wäre es auch, Unfruchtbarkeit als eine Krankheit anzuerkennen, und so die Wahrscheinlichkeit einer Erstattung zu erhöhen.

Für sexuelle Minderheiten – Lesben, Schwule, Transgender und schwule Väter durch Leihmutterschaft – sind komplexe soziale und rechtliche Hürden sowie Stigmatisierungen zu überwinden. Studien legen nahe, dass emotionale Probleme bei Kindern aus derartigen Familienverhältnissen nicht größer sind als bei Kindern aus „klassischen“ Familien mit Vater und Mutter.