So können Sport und Training die Fruchtbarkeit beeinflussen

Studien legen nahe, dass regelmäßiges Training die Fruchtbarkeit steigern kann: Frauen, die sich 30 Minuten oder länger täglich bewegen, haben ein geringeres Risiko für Unfruchtbarkeit aufgrund von Zyklusstörungen. So das Magazin „Shape“. Auf der anderen Seite kann zu viel sportliche Betätigung auch das Gegenteil bewirken.

Es gibt keine spezifischen Regeln bzgl. Häufigkeit oder Intensität von körperlichen Belastungen für Frauen, die versuchen schwanger zu werden. Das gilt insbesondere für Frauen mit einem gesunden Body-Mass-Index (BMI) und einer normalen Menstruationsgeschichte.

Sobald eine Frau ein Jahr lang erfolglos versucht hat schwanger zu werden, werden zunächst bekannte medizinische Ursachen abgeklärt. Erst danach wird überlegt, ob auch zu viel oder zu wenig körperliche Aktivität verantwortlich sein könnte.

Laut einer Studie der University of Texas von 2010 schätzen fast 48 Prozent der untergewichtigen, 23 Prozent der übergewichtigen und 16 Prozent der normalgewichtigen Frauen im gebärfähigen Alter ihr eigenes Körpergewicht nicht richtig ein. Eine Fehleinschätzung kann sich auf die Gesundheitsgewohnheiten und auf die Fruchtbarkeit auswirken.

Anzustreben ist für viele Frauen der normale BMI-Bereich (18,5 bis 24,9), der mit einer guten Fruchtbarkeit verbunden ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass 12 Prozent der Fälle von Unfruchtbarkeit auf eine Unterschreitung und 25 Prozent auf eine Überschreitung dieser Werte zurückzuführen sind. Extreme Werte belasten den Körper, so dass die Hormonproduktion und der Eisprung gestört werden können.

Dennoch ist der BMI nicht immer die beste Methode um zu beurteilen, wie sich das Gewicht auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Die Messung basiert auf Größe und Gewicht und unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskeln – sportlich fitte Frauen besitzen viel Muskelmasse.

Der Eisprung wird beeinträchtigt, wenn das Körperfett weniger als 12 Prozent oder mehr als etwa 30 bis 35 Prozent beträgt.

Mehr als eine Stunde intensiven Trainings pro Tag kann bei Frauen zu einer Abnahme der Hormone führen, die die Eierstockfunktion stimulieren. Das kann dazu führen, dass die Eierstöcke weniger aktiv sind und keine Eier und kein Östrogen mehr produzieren.

Das Risiko steigt mit der Trainingsdauer und -intensität. Intensive Trainingseinheiten können dazu führen, dass der Körper Proteine ​​in den Muskeln abbaut und Ammoniak produziert, eine schwangerschaftshemmende Chemikalie.

Durch regelmäßiges Training wird das Wachstum der Eier unterstützt. Außerdem ist es gut für den Abbau von Stress, der nachweislich die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis verringert.

Frauen mit Normalgewicht sollten 150 Minuten pro Woche trainieren. Das bedeutet 30 Minuten Aktivität mit mäßiger Intensität fünfmal in der Woche.

Unter- oder übergewichtige Frauen sollten sich von einem Experten ein individuelles Traingsprogramm zusammenstellen lassen.

Wenn der Zyklus unregelmäßig ist oder eine Frau nach ein paar Monaten nicht schwanger geworden ist, sollte das Training reduziert werden. Wird an fünf oder mehr Tagen in der Woche Sport getrieben, so sollte die Zahl auf drei vermindert und der Kalorienumsatz verringert werden, um die Fruchtbarkeit zu steigern.