Männer mit geringem Kenntnisstand zur Unfruchtbarkeit

Eine Online-Umfrage zeigt, dass Männer in den USA weniger über Fruchtbarkeit und die Behandlung von ungewollter Kinderlosigkeit wissen als Frauen. Sie sind übermäßig optimistisch und zudem verwirrt, wenn es um die Fruchtbarkeit von Frauen in zunehmendem Alter geht.

Die in Texas ansässigen Wissenschaftler Parker Murray und Rashmi Kudesia haben dazu eine Online-Umfrage mit 99 Männern in den USA durchgeführt. Die Befragten sprachen fließend Englisch und waren zwischen 18 und 50 Jahre alt (Durchschnittsalter 30 Jahre). Ungefähr die Hälfte von ihnen war verheiratet oder in einer Beziehung, 66% waren kinderlos und 61% hatten einen Hochschulabschluss oder einen höheren Abschluss.

Die durchschnittliche Punktzahl der Männer auf einer Wissensskala zur Fruchtbarkeit betrug 42%. Die meisten Männer beantworteten nur 12 von 29 Fragen richtig, verglichen mit einer Kohorte von Frauen, die bei einer früheren Durchführung der Umfrage durchschnittlich 16 richtige Antworten erzielt hatten.

Besonders bemerkenswert, dass nur 6% der Männer wussten, wie sie selbst zur Unfruchtbarkeit eines Paares beitragen, obwohl 25% wussten, dass das männliche Alter die Fruchtbarkeit beeinflusst.

Männer neigten dazu, den Rückgang der natürlichen Fruchtbarkeit bei Frauen im Zusammenhang mit dem Alter zu unterschätzen. Sie hielten die Chancen, dass Frauen im Alter von 30 und 40 Jahren eine Schwangerschaft erreichen für höher als sie tatsächlich sind. 19% der Männer überschätzen zudem die Erfolgsquoten der künstlichen Befruchtung bei Frauen im Alter von 35 Jahren und 86% die Erfolgsquote der IVF bei Frauen im Alter von 44 Jahren.

Die meisten Männer (75%) unterschätzten die Rate spontaner Fehlgeburten, und nur wenige (17%) wussten, wie lange Spermien im weiblichen Fortpflanzungstrakt überleben.

Der Präsident der American Society for Reproductive Medicine, Peter Schlegel, sagte dazu: „Diese Umfrage zeigt einen hohen Lernbedarf für Männer, wenn es um Wissen zur Fertilität geht. Es muss sichergestellt werden, dass gute und umfassende Bildungs- und Informationsressourcen für diejenigen Männer bereitgestellt werden, bei denen eine Diagnose zur eigenen Unfruchtbarkeit oder eine Diagnose des Partners vorliegt. Wir müssen insbesondere das Wissen der Männer über die altersbedingten Veränderungen der Fruchtbarkeit bei der Frau verbessern.“